Interkulturelle Öffnung

Die ersten Bemühungen des Stadtjugendrings begannen parallel cafe-international-300x125zu dem Projekt “Café international”.  Da hatten wir versucht, Vereine zusammen zu bekommen.

Dann ging es weiter mit einer Fortbildung des Landesjugendrings und einem kleinen Arbeitskreis für Migrantenvereine (davor hieß es dann noch “ausländische Vereine”), der aber zugunsten der Mitarbeit im Netzwerk Migration der Stadt Reutlingen aufgegeben wurde.

Voice_Logo-klein-150x150Der erste “Verein mit Migrationshintergrund” der in den Stadtjugendring aufgenommen wurde war “Voice e.V.”, eine muslimische, selbstorganisierte Jugendgruppe.
2012 wurde der Griechische Tanzverein “ORPHEAS” Reutlingen e.V. aufgenommen.
2013 wurde der “Türkische Kultur- und Integrationsverein e.V.” aufgenommen.

Dann hatten wir die Gelegenheit genutzt und “Come in Contract” gemacht, ein sehr erfolgreiches Medienprojekt, das aber, Schicksal von Projekten, nach Ende der Finanzierung nicht weitergeführt werden konnte.

“Migration” bzw. interkulturelle Arbeit ist ein wichtiges Thema für den Stadtjugendring, für das wir nur leider nicht genug Ressourcen haben.
Weil wir bisher über die gelegentliche Neuaufnahme von Mitgliedern nicht so richtig vorankommen, haben wir 2012/2013 die Möglichkeit beim Schopf gepackt und hatten den “Arbeitskreis Jugend des Netzwerks Hand in Hand” adoptiert, nachdem das Netzwerk sich aufgelöst hatte.
Der größte Bedarf, den wir sehen ist es, Jugendliche in vorhandene Gruppen aufzunehmen und/oder für Jugendliche neue Gruppen zu eröffnen.

Im Jahr 2011 hatten wir zum ersten mal und mit Erfolg versucht, die Veranstaltungsplatzform “Die Stadt spielt” zu nutzen und haben Migrantenvereine eingeladen mit zu spielen. Und weil das so erfolgreich war, haben wir es 2013 wieder gemacht, mit noch größerer Resonanz.

Im Zuge der Fortschreibung der städtischen Leitlinien wurde diskutiert, ob der Begriff „Integration“ noch angemessen ist. Und wie immer, lassen sich mindestens zwei Meinungen dazu finden. Die eine ist, dass „Integration“ sehr leicht und dennoch fehlerhaft als Aufforderung verstanden wird, die an Personen gerichtet ist, die schon längst integriert sind. Insofern bietet es sich an, von „Inklusion“ zu sprechen. Allerdings ist auch dieser Begriff besetzt und wird mit Behinderung in Verbindung gebracht.

Möglicherweise ist es angemessen darauf zu verweisen, dass das entscheidende Merkmal die Erfahrung von Ausgrenzung ist. Dann wäre sind es nicht mehr Menschen die anders sind sondern es sind spezifische Erfahrungen, die Menschen machen im Zuge einer Ausgrenzung. Diese Idee wird mit dem Begriff „Diskriminierungskritik“ beschrieben und meint nicht die Kritik unserer Gesellschaft an Diskriminierung sondern die selbstkritische und differenzierte Betrachtung der Umstände von Ausgrenzung.