Jugendgremium

Partnerschaft für Demokratie Reutlingen: „Die Themokratischen“ entscheiden mit!

Die Partnerschaft für Demokratie fördert auch in diesem Jahr wieder Reutlinger Projekte rund um Demokratie, Vielfalt und Extremismusprävention. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Einbindung junger Menschen. Sie sollen nicht nur als Zielgruppe angesprochen werden, sondern auch bei Entscheidungen mitsprechen dürfen.

Aus diesem Grund gibt es ein Jugendgremium, das Förderentscheidungen trifft und ein eigenes Budget zur Verfügung hat, um selbst ein Projekt auf die Beine zu stellen. Dieses Jahr sind es Jugendliche und junge Erwachsene vom Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ), die das Jugendgremium bilden.

Erstes Treffen: Demokratiespiel „Quararo“

Zum Auftakt kamen zwölf junge Menschen in den Räumen des TPZ zusammen. Gemeinsam erlebten sie das Demokratiespiel „Quararo“, bei dem verschiedene demokratische Entscheidungsformen ausprobiert und Herausforderungen als Gruppe gemeistert werden müssen. Die erste Aufgabe stellte sich gleich als besonders knifflig heraus: Wie soll das Jugendgremium heißen?

Nach anfänglichem Zögern kam eine lange Liste kreativer Namensvorschläge zusammen. Die Abstimmung erfolgte mithilfe des systemischen Konsensierens. Bei dieser Methode gewinnt nicht der Vorschlag mit der größten Zustimmung, sondern der mit dem geringsten Widerstand. Obwohl sich dadurch ein breites Meinungsspektrum abbilden ließ, führte die Methode nicht zu einer klaren Entscheidung. Am Ende brachte ein klassischer Mehrheitsentscheid die Lösung: „Die Themokratischen“ – so heißt das Jugendgremium der PfD im Jahr 2025.

Dieses kleine Experiment zeigte deutlich, wie verschiedene Entscheidungsformen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen und wie Bedenken und Begeisterung unterschiedlich sichtbar werden.

Zweites Treffen: Projekte für Kinder und Jugendliche in Reutlingen

Eine Woche später folgte dann der Schritt von der Theorie in die Praxis: Clara Riecke vom Stadtjugendring stellte den Jugendlichen sechs Projekte vor, die sich für die Förderung durch die Partnerschaft beworben hatten. 8.000 Euro standen den Themokratischen für die Vergabe zur Verfügung.

In der intensiven Diskussion brachten die Jugendlichen ihre vielfältigen Perspektiven aus unterschiedlichen Hobbies, Schulen, Ausbildungen, Berufen und ehrenamtlichen Tätigkeiten ein. Sie überlegten, wie die Projektideen bei Kindern und Jugendlichen ankommen würden und sammelten Hinweise, die bei der Umsetzung noch hilfreich sein könnten. Am Ende entschieden sie sich, erneut mit der Methode des systemischen Konsensierens über die Anträge abzustimmen. Obwohl sie bei der Namensfindung zunächst zu keinem eindeutigen Ergebnis geführt hatte, reizte die Methode viele.

Die Entscheidung fiel schließlich deutlich aus: Das Projekt „Demokratie leben – Nur was man kennt, kann man schützen!“ vom Umweltbildungszentrum Listhof erhielt die höchste Zustimmung und wird vom Jugendgremium der Partnerschaft gefördert. Aufgrund des begrenzten Budgets konnten keine weiteren Projekte direkt gefördert werden – zum Bedauern der Themokratischen. Sie gaben – zum Teil dringende – Förderempfehlungen an den Beirat der Partnerschaft weiter, der diesen Empfehlungen folgte.

Wir bedanken uns herzlich bei den Themokratischen für ihr Engagement, ihre Zeit und ihre Perspektiven. Die beiden Treffen waren produktiv und haben uns großen Spaß gemacht. Danke für euren Einsatz!