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Hausgeschichte

Armenkeller, Gefängnis, Zunftstube und seit 1952 Haus der Jugend: Die Museumstraße 7 hat viel erlebt.

Das Haus in der Museumstraße 7 hatte sehr unterschiedliche Gäste: begeisterte Besucher:innen ebenso wie Menschen, die gegen ihren Willen hier waren. Seit 1952 ist es ein Haus der Jugend. Einige Spuren der früheren Nutzungen sind bis heute zu sehen.

Eine Zeitzeugin erzählt

Schwarz-Weiß-Foto: Frau Senz und ihr Mann stehen Arm in Arm vor einem großen, gewölbten Holztor. Sie trägt ein gemustertes Kleid mit weißem Kragen, er einen Anzug.
Frau Senz mit ihrem Mann vor dem großen Holztor des Hauses

Frau Senz wohnte ab Mitte der 1920er-Jahre im ersten Stock des Hauses. In einem Interview mit Jugendlichen und dem Stadtjugendring erinnert sie sich an die Zunftstube der Weingärtner, an die NS-Zeit, an das Gefängnis im Haus und an den Luftschutzkeller.

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Ganzes Interview mit Abschrift und Kapiteln

Zeitleiste

Jahr Was passierte
1566 Erbaut und als Armenkeller genutzt
1899 Einbau von Arrestzellen, Einzug des Landjägerkommandos
1905 Einrichtung einer Freibank, Nutzung als Remise (Wirtschaftsgebäude)
1928 Einzug der Weingärtnerzunft
bis 1951 Nutzung als Ortsgefängnis, auch in der NS-Zeit und danach durch die französische Besatzung
1952 Umbau zum Haus der Jugend. Die Stadt überlässt das Haus dem Stadtjugendring zur Verwaltung.
ab 1952 Nutzung durch Stadtjugendring, Sonderschule, Musikschule, DRK, Tagesmütter und Verbrauchergemeinschaft
1967–1970 Die Peter-Rosegger-Schule hat Klassenzimmer im ersten Stock. Der heutige Jugendtreff ist ihr Sportraum.
1984 Die Kulturwerkstatt baut den Gewölbekeller zum Musikproberaum um
1989 Eröffnung der Computerwerkstatt
1990–1991 Großer Umbau: neuer Eingangsbereich, neuer Saal, Jugendtreff „Pinnwand“, Ausstellungsbereich, Ausbau des Dachs
1994 Eröffnung des Mädchen*cafés
1997 Einzug des Jugendgemeinderats und des Internetcafés „chatbox“
1998 gÖrls e.V. bezieht ein Büro im Haus. Einbau des Intranets, erste Website mit dem Haus der Jugend
2002 50 Jahre Stadtjugendring Reutlingen und Haus der Jugend
2018 Das Haus ist zum ersten Mal beim Tag des offenen Denkmals dabei, mit einer Plakatausstellung der Jugendgeschichtswerkstatt und einer Geschichts-AG des Johannes-Kepler-Gymnasiums.
2021 gÖrls e.V. eröffnet ein eigenes Mädchenhaus in der Kanzleistraße.

Die Zeitleiste beruht auf der Hauschronik des Stadtjugendrings. Ergänzt um Angaben der Stadt Reutlingen, der Kulturwerkstatt, von gÖrls e.V. und der Peter-Rosegger-Schule.

Was davon heute sichtbar ist

Der Gewölbekeller U7 und die Holzsäulen im Saal und im Jugendtreff stammen aus der Bausubstanz früherer Jahrhunderte. Wer das Haus mietet, veranstaltet in einem denkmalgeschützten Gebäude mitten in der Reutlinger Innenstadt.

Das Haus nutzen

Räume lassen sich einzeln buchen: für einen Abend, einen Tag oder regelmäßig.